Lohn – nicht gezahlt?

Lohn

Keinen Lohn bekommen? Es fehlt ein Teil oder noch schlimmer, es wurde etwas abgezogen?

Damit müssen Sie sich nicht abfinden! Für Ihre Arbeitsleistung haben Sie auch Ihr Gehalt verdient – Arbeitsleistung und Lohnzahlung sind die Hauptleistungspflichten in einem Arbeitsverhältnis. Hat der eine Teil seine Pflicht erbracht, muss auch der andere Teil seine Leistung erbringen. Der Lohn bzw. das Gehalt umfasst alle Geldleistungen und geldwerten Leistungen, die vom Arbeitgeber im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses als Gegenleistung für die Arbeitsleistung der Arbeitnehmer erbracht werden.

Probleme treten immer wieder auf, wenn Überstunden nicht oder nur teilweise ausbezahlt worden sind oder aber der Arbeitgeber „vergisst“ die Lohnerhöhung zu berücksichtigen. Gerne fehlen auch Jubiläumsgelder oder die Erstattung für verauslagte Kosten. Fahrtkostenzuschüsse oder Urlaubsgeld sind weitere Themen, mit denen sich Arbeitnehmer herumstreiten dürfen. Auch Ansprüche aufgrund betrieblicher Übung, wie beispielsweise die Zahlung von Weihnachtsgeld oder Sondergratifikationen, können nicht einseitig durch den Arbeitgeber beseitigt werden. Der Arbeitgeber muss im Fall von Lohnansprüchen aufgrund einer betrieblichen Übung versuchen mit jedem einzelnen Arbeitnehmer eine einvernehmliche Lösung zu finden. Oder aber der Arbeitgeber ist gezwungen eine Änderungskündigung auszusprechen.

Mit Inkrafttreten des Mindestlohngesetzes (MiLoG) ist ein flächendeckender Mindestlohn in Deutschland eingeführt worden. Die Mindestlohnkommission richtet alle zwei Jahre über die Anpassung des Mindestlohns, so dass die Bundesregierung auf Vorschlag dieses Gremiums durch Rechtsverordnung die Mindestlohnhöhe ändern kann. So wurde der gesetzliche Mindestlohn zum 1.1.2017 von EUR 8,50 auf EUR 8,84 angehoben.

Der Mindestlohn kann nicht unterschritten werden, seine Geltendmachung darf auch nicht beschränkt oder ausgeschlossen werden. Außerdem können Arbeitnehmer auch nicht auf ihn verzichten – außer durch gerichtlichen Vergleich.

Der Arbeitgeber muss dem Arbeitnehmer zudem Abrechnung in Textform erteilen, die mindestens Angaben über Abrechnungszeitraum und Zusammensetzung des Arbeitsentgelts enthalten muss. Hinsichtlich der Zusammensetzung sind insbesondere Angaben über Art und Höhe der Zuschläge, Zulagen, sonstige Vergütungen, Art und Höhe der Abzüge, Abschlagszahlungen sowie Vorschüsse erforderlich. Eine Abrechnung muss nur dann nicht erteilt werden, wenn sich die Angaben gegenüber der letzten ordnungsgemäßen Abrechnung nicht geändert haben (vgl. § 108 Abs. 1 u. 2 GewO). Der Arbeitnehmer kann außerdem verlangen, dass ihm die Berechnung und Zusammensetzung seines Arbeitsentgelts erläutert wird.

Hier können Sie eine Mandatsanfrage stellen. Wikipedia.