Urlaub – Ihre Ansprüche

URLAUB

Das Wichtigste vorab: JEDER Arbeitnehmer hat einen Anspruch auf Urlaub – unabhängig davon, ob es sich um ein Vollzeit- oder Teilzeitarbeitsverhältnis handelt, ob der Arbeitsvertrag befristet oder unbefristet oder ob es sich ein 450,00 Euro-Job ist. Und: Der Jahresurlaub muss grundsätzlich im laufenden Jahr gewährt und genommen werden!

Was aber beachtet werden muss: Der volle Urlaubsanspruch wird erstmalig nach 6-monatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben.

Der Urlaub beträgt pro Jahr mindestens 20 Werktage – bei einer 5 Tage-Woche. Alles darüber hinaus ist eine freiwillige Zusatzleistung des Arbeitgebers. Auch über Tarifverträge können mehr Urlaubstage vereinbart werden.

Wenn man von „Übertragung des Urlaubs“ spricht, meint man damit, dass Resturlaub in das nächste Kalenderjahr übertragen wird. Doch so einfach ist die Sache leider nicht. Eine Übertragung in das nächste Kalenderjahr ist eine Ausnahme vom Grundsatz, dass der Urlaub immer im laufenden Kalenderjahr genommen werden soll. Er ist also an das Kalenderjahr gebunden. Eine Übertragung ist nur dann möglich, wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe dies rechtfertigen, z.B. plötzlicher Arbeitsanfall oder Krankheit. Liegt kein solcher Grund vor, verfällt er; eine „automatische“ Übertragung zum 31.03. des Folgejahres gibt es nicht!

Urlaub kann man sich auch nicht in Geld auszahlen lassen (Abgeltungsverbot). Kann er – aus welchen Gründen auch immer – bis zum Ablauf des Übertragungszeitraumes nicht genommen werden, verfällt er; ggf. gibt es einen Schadenersatzanspruch. Ausnahmsweise kann eine Urlaubsabgeltung dann erfolgen, wenn der Urlaub wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr genommen werden kann (§ 7 Abs. 4 BurlG).

In der Praxis gibt es immer wieder Probleme, wenn Arbeitnehmer während des Urlaubs krank geworden sind und die betroffenen Urlaubstage dann nicht wieder gut geschrieben werden. Oder aber der Urlaub wird schlichtweg nicht gewährt – aus irgendwelchen fadenscheinigen Gründen.

Immer öfter kommt es auch vor, dass der Urlaub beantragt und gewährt wurde und der Arbeitnehmer Flug, Hotel usw. bereits gebucht hat, der Arbeitgeber aber will, dass man den Urlaub gar nicht erst antritt oder abbricht. Doch Vorsicht bei eigenmächtigem Urlaubsantritt: Dieser Umstand kann den Arbeitgeber zu einer – mitunter auch fristlosen – Kündigung berechtigen.

Bei Rückruf gilt grundsätzlich, dass ein solcher nicht zulässig ist – unabhängig davon, ob sich der Arbeitnehmer zuhause befindet oder auf Reisen ist. Bereits der Widerruf eines gewährten Urlaubs ist für Arbeitgeber schwer durchzusetzen. Nur in absoluten Ausnahmefällen kann dies einmal anders sein. Entschließt sich der Arbeitnehmer aber freiwillig an den Arbeitsplatz zurückzukehren, muss der Arbeitgeber für die gesamten Rückholkosten aufkommen.

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Wikipedia zum Thema Urlaub.

Anwalt für Arbeitsrecht Armin Scheugenpflug